Dienstag, 20. September 2011

in gläsernen schuhen tanzt es sich eher beschissen

Ich fuhr also mit meinen Großeltern nach Kassel. Oder sollte ich besser sagen, ich fuhr meine Großeltern nach Kassel?
Als im Frühjahr die Einladung zur Hochzeit ins Haus trudelte, fand ich die Idee großartig mit meinen Großeltern den Teil der Familie zu besuchen, der sich damals auf gemacht hatte und weg gezogen war. (Ihr müsst wissen: Meine gesammte Familie wohnt am Niederrhein. Es gibt nirgendwo in Deutschalnd so viele Telefonbucheinträge mit meinem Nachnamen, als in meiner Heimatstadt.)

Am Abend bevor wir fahren sollten, dämmerte es mir, dass ich es damals, als ich als Kind dort war, überhaupt nicht toll gefunden hatte. Ob es an der Provinzhaftigkeit lag (Opas Schwester wohnt im Kassler Umland) oder nicht, das wusste ich nicht mehr. Und dass ich meinen Opa noch mit nehmen musste, machte die Sache auch nicht besser, denn der Herr meckert gerne. Da die Aussicht auf einen Spielgefährten für mich sehr mager aussah, postierte ich meine beiden Stofftiere (kommen immer, überall mit hin) im Auto und fuhr los.
Die Hin, als auch die Rückfahrt verliefen ganz gut. Mein Opa war recht lieb.

Die Provinz fand ich auch nicht schlimm. Es störte mich nicht, dass dort nur in der Schulzeit der Bus verkehrt und man zum Einkaufen in die nächste Stadt fahren muss. (Das muss man sich als Stadtbewohner mal vorstellen!) Ich sah Kühe, die ihre Kälber säugten und mir die Hand ableckten und genoss für zwei Nächte absolute Stille. Im Grunde schon schön, aber mir ist das Rauschen der Autos zumindest zur Zeit lieber.

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