Samstag, 9. November 2013

wunderbare weiche Wattewelt

Damals war ich aufgeregt, als ich zum ersten Mal mit dem Auto an Grafenberg vorbei fuhr. "Ach, das ist übrigens die Psychatrie hier", sagte die Fahrerin damals ganz beiläufig. Ich schaute nur mit großen Augen auf die Gebäude, so schlimm sahen die gar nicht aus. Seit diesem Tag übt die Psychiatrie eine gewisse Anziheungskraft auf mich aus.
Jahre später gehört ein Besuch in einer der Kliniken hier im Umkreis zum wöchentlichen Programm. Die normalen Stationen sind ganz angehem. Alle Klienten sind mehr oder weniger auf einem Haufen, man hat kurze Wege und wenn ein Klient mal nicht da sein sollte, dann kommt er meist bald wieder.
"... ist auf der 11." ist allerdings in diesem Kontext ein Satz, den ich weniger gerne höre. Denn die 11 ist die geschlossene Station. Besuche dort sind eher anstrengend. Zunächst einmal muss man klingeln, damit man reingelassen wird. Und dann sieht man nicht mehr als den Besucherraum von der Station. Hier wartet man auf den Klienten, quatscht mehr oder weniger erfolgreich über den Klinikaufenthalt und bespricht mit ganz viel Glück ein paar ernste Themen, bevor man wieder klingelt, um rausgelassen zu werden. Danach bin ich froh, ein paar gierige Atemzüge frische Luft in mich einzusaugen. Denn die gibt's auf der Geschlossenen nicht.

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